Meldung vom 09.04.2019 / KfW Entwicklungsbank

Gemeinsame Evaluierung eines Programms zur Unterstützung der Reformen im jordanischen Wassersektor

Corinne de Peretti (AFD) informiert sich in Amman über Wartungsarbeiten an der Wasser- und Abwasserinfrastruktur
Corinne de Peretti (AFD) informiert sich in Amman über Wartungsarbeiten an der Wasser- und Abwasserinfrastruktur.

Neben der Ko-Finanzierung von Projekten ist es AFD (Agence Française de Développement) und KfW auch wichtig, Projekte gemeinsam zu bewerten und daraus zusammen Lehren für zukünftige Projekte zu ziehen. So wurden bereits zwei gemeinsame Evaluierungen durchgeführt, darunter eine Zwischenevaluierung in Jordanien.

Karen Rousseau (AFD) und Johannes Schielein (KfW) im Gespräch mit dem Wasserversorger YWC.
Karen Rousseau (AFD) und Johannes Schielein (KfW) im Gespräch mit dem Wasserversorger YWC.

Seit vielen Jahren unterstützen AFD und KfW den jordanischen Wassersektor. In jüngster Zeit haben beide Häuser Reformfinanzierungen (Policy based loans) als Ko-Finanzierungsinstrument eingeführt. Ziel dieser sektorpolitischen Darlehen ist es, das Finanzmanagement des Sektors, die operative Effizienz und Kostendeckung sowie die nationalen Politiken und deren Umsetzung für eine nachhaltige Nutzung des Wassers zu verbessern.

Im Januar 2019 haben Mitarbeiter der AFD und der KfW das Reformprogramm in Jordanien evaluiert. Dazu traf sich das Evaluierungsteam, bestehend aus je zwei Experten der KfW und der AFD, in Amman mit den wichtigsten beteiligten Institutionen, darunter dem Ministerium für Wasser und Bewässerung, der Wasserbehörde Jordaniens, verschiedenen Wasserbetrieben, Gebern und Botschaften, Wissenschaftlern und privaten Unternehmen. Im Mittelpunkt der Treffen standen Interviews mit Vertretern dieser Institutionen. Die Teammitglieder steuerten ihre individuelle Expertise im Wassersektor sowie in Fragen der Reformfinanzierungen und Budgetfinanzierung bei. Quantitative Analysen zur Wasserknappheit, basierend auf den Verbrauchsdaten der Haushalte, sowie Besuche vor Ort vervollständigten das Bild vom Wassersektor.

Pumpstation bei Amman
Pumpstation bei Amman: Die Hauptstadt Jordanien wird über hunderte Kilometer lange Pipelines mit Wasser versorgt.

Mit der Evaluierung erhofft man sich nicht nur Erkenntnisse für künftige sektorpolitische Darlehen in Jordanien, sondern auch für ähnliche Reformfinanzierungen in anderen Partnerländern. Zu den ersten Erkenntnissen der Zwischenevaluierung gehört, dass Reformfinanzierungen eine gute Ergänzung für Investitionsprojekte sein können, indem Rahmenbedingungen für den nachhaltigen Betrieb mit dem Partner diskutiert werden können. Zudem konnte die Analyse der Verbrauchsdaten präzise Gebiete aufzeigen, in denen die Wasserknappheit besonders ausgeprägt ist. Ein ausführlicher gemeinsamer Evaluierungsbericht wird in Kürze veröffentlicht.

Im wasserknappen Jordanien war die Bewertungsmission wohl ein gutes Omen für mehr Niederschlag: Der starke Schneefall, der unerwartet die Amman-Region traf, führte nicht nur dazu, dass Gespräche kurzfristig umgeplant werden mussten – die Regierung erklärte sogar spontan einen Tag zum Feiertag.

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